Mein Leben als Autorin zwischen Realität und Fiktion
Jeder, der schreibt, kennt dieses Gefühl: Man sitzt vor der Tastatur, voller Ideen, bereit, eine epische Szene zu erschaffen – und dann klingelt der Paketbote, die Katzen werfen irgendwas vom Tisch und plötzlich fragt man sich: „Was wollte ich eigentlich schreiben?“
Willkommen in meinem Alltag! Heute nehme ich euch mal mit hinter die Kulissen meines Schreibprozesses.
Wenn die Realität mit der Fiktion verschwimmt
Ich arbeite gerade an Solberg & Marquez – Spiegelcode, einem Sci-Fi-Krimi mit Parallelwelten, Intrigen und jeder Menge Geheimnissen. Klingt spannend, oder? Ist es auch – aber manchmal frage ich mich, ob ich nicht längst selbst in einer dieser Parallelwelten gelandet bin.
Beispiel: Letztens wollte ich eine Szene schreiben, in der meine Ermittlerin Livia Solberg einer mysteriösen Spur nachgeht. Stattdessen habe ich 40 Minuten gegoogelt, ob es theoretisch möglich ist, dass sich eine alternative Version von mir gerade in einer anderen Dimension mit genau demselben Buchprojekt abmüht. (Falls ja – sorry, Parallel-Elli, wir stecken wohl beide fest!)
Kreatives Chaos: Eine Methode oder einfach nur Wahnsinn?
Mein Schreibtisch sieht aus, als hätte jemand eine Mischung aus Detektivbüro und Science-Fiction-Labor explodieren lassen: Notizbücher mit Kritzeleien, Post-its mit Plotideen, ein zerknüllter Zettel, auf dem nur „Was, wenn der Bösewicht eigentlich gut ist???“ steht.
Ich beneide Autoren, die mit einem perfekt durchstrukturierten Plan arbeiten. Ich? Ich habe eine grobe Richtung, lasse meine Charaktere aber oft selbst entscheiden, wohin sie gehen. Und das sorgt regelmäßig für Überraschungen.
Manchmal bin ich nur ein Beobachter meiner eigenen Geschichte. Solberg & Marquez werfen mir dann vorwurfsvolle Blicke zu, als wollten sie sagen: „Also wirklich, Elli? DAS ist jetzt deine geniale Wendung?“ – Und ich sitze da und denke mir: „Ja, Leute, es tut mir leid, aber das ist die beste Idee, die ich gerade habe.“
Der Fluch der perfekten Szene
Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr genau wisst, was ihr schreiben wollt – aber die Worte einfach nicht passen?
Ich habe eine ganz bestimmte Szene im Kopf, die einfach grandios werden soll. Aber jedes Mal, wenn ich sie schreibe, fühlt es sich nicht ganz richtig an. Das Licht, der Dialog, der Moment – es ist nicht so, wie es in meinem Kopf klingt. Und dann lösche ich alles wieder.
Das Problem? Ich bin Perfektionistin. Ich will, dass es genau so episch rüberkommt, wie ich es mir vorstelle. Aber manchmal muss man einfach loslassen und weitermachen – oder zumindest eine Kaffeepause einlegen und hoffen, dass die Szene sich beim nächsten Versuch von selbst schreibt.
Warum ich trotzdem nie aufhören könnte zu schreiben
Trotz aller Selbstzweifel, Schreibblockaden und chaotischen Einfälle gibt es nichts Schöneres, als wenn eine Geschichte endlich Gestalt annimmt.
Wenn ein Charakter eine Wendung nimmt, die ich selbst nicht erwartet habe. Wenn eine Szene plötzlich eine emotionale Tiefe bekommt, die mich selbst überrascht. Oder wenn ich in meinen eigenen Worten eine Wahrheit entdecke, die ich vorher nicht kannte.
Schreiben ist wie Magie – eine, die mich jeden Tag aufs Neue fasziniert.
Und vielleicht, nur vielleicht, gibt es in einer anderen Welt eine Version von mir, die dieses Buch schon längst fertig hat. Ich beneide sie ein bisschen.
Aber ich weiß auch: Der Weg ist das Abenteuer. Und ich lade euch ein, mit mir gemeinsam weiterzugehen.
Bis bald – und bleibt neugierig!
