Ein Blick in mein Schreibuniversum – oder: Wie man sich in Parallelwelten verirrt
Es ist wieder soweit: Ich bin tief im Schreibmodus und versuche, die Fäden meines neuen Buches Solberg & Marquez – Spiegelcode zusammenzuhalten. Der Plan? Ein genialer Sci-Fi-Krimi voller Spannung, Mystery und Parallelwelten. Die Realität? Ich verliere mich regelmäßig in meinen eigenen Ideen und meine Charaktere machen, was sie wollen.
Also, falls ihr euch jemals gefragt habt, wie es ist, einen Roman zu schreiben – hier ein kleiner, ehrlicher Einblick in mein kreatives Chaos.
Die Illusion von Kontrolle
Der Tag beginnt motiviert: Laptop auf, Kaffee daneben, Notizbuch voller genialer Ideen – ich bin bereit! Doch schon nach zehn Minuten stelle ich fest, dass mein Plan ungefähr so zuverlässig ist wie ein Regenschirm im Tornado.
Mein Ermittler Jonas Marquez sollte eigentlich einen Verdächtigen verhören. Stattdessen diskutiert er mit seiner Partnerin Livia Solberg darüber, ob Kaffee in Parallelwelten anders schmeckt. (Und ja, das hat mich dann so sehr beschäftigt, dass ich eine halbe Stunde recherchiert habe, ob verschiedene Dimensionen theoretisch unterschiedliche physikalische Konstanten haben könnten. Ergebnis: Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Vielleicht brauche ich einfach nur Schlaf.)
Ein anderes Beispiel: Ich wollte eine düstere Verfolgungsszene schreiben – Hochspannung, Herzklopfen, Adrenalin pur! Und was passiert? Mein Bösewicht bleibt mitten in der Gasse stehen, betrachtet seine eigene Spiegelung und denkt über die Natur der Existenz nach. Ich schwöre, das war nicht geplant! Aber irgendwie war es dann doch so faszinierend, dass ich den Faden weitergesponnen habe.
Die Charaktere übernehmen das Ruder
Jeder Autor kennt das: Man erschafft eine Figur, gibt ihr eine Rolle – und plötzlich hat sie eine eigene Meinung. Eigentlich sollte Livia Solberg eine kühle, analytische Ermittlerin sein. Und was macht sie? Entwickelt eine unerwartete Vorliebe für Jazzmusik und beginnt, Rätsel in Songtexten zu entschlüsseln.
Auch Marquez, ihr Partner, war ursprünglich als harter, wortkarger Typ geplant. Doch kaum lasse ich ihn sprechen, haut er einen trockenen Spruch nach dem anderen raus und beschwert sich über die Bürokratie interdimensionaler Ermittlungen. Ich meine, ernsthaft? Ich bin doch die Autorin – sollte ich nicht die Kontrolle haben?
Und dann wäre da noch der mysteriöse Alexander Varga. Er sollte eine Randfigur sein, ein Opfer in einem größeren Spiel. Aber nein, plötzlich taucht er in mehreren Dimensionen auf, hat eine geheime Vergangenheit und bringt mich dazu, meine ganze Handlung umzubauen.
Also ja, meine Figuren führen ein Eigenleben, und ich renne als Autorin hinterher und versuche verzweifelt, den Überblick zu behalten.
Schreibblockade und andere Hindernisse
Nicht jeder Tag ist produktiv. Manchmal sitze ich einfach nur da, starre den Bildschirm an und frage mich, warum ich dachte, dass Schreiben eine gute Idee sei. Dann kommen diese Selbstzweifel: Ist die Story gut genug? Haben die Leser Lust auf so eine komplexe Geschichte? Und vor allem: Ergibt das alles überhaupt Sinn?
Diese Phasen sind für mich die härtesten, weil ich den Anspruch habe, etwas Besonderes zu erschaffen. Aber ich habe gelernt, dass es okay ist, sich mal zu verirren. Denn oft entstehen gerade dann die besten Ideen.
Und wenn gar nichts mehr geht? Dann lenke ich mich mit absurden Gedanken ab, wie:
- Existiert irgendwo da draußen wirklich eine Dimension, in der ich schon längst mit dem Buch fertig bin?
- Gibt es eine Parallelwelt, in der ich stattdessen Bäckerin geworden bin? (Und backe ich dort bessere Kuchen als in dieser Realität?)
- Was, wenn meine Charaktere eigentlich echt sind und ich nur ihre Geschichte aufschreibe?
Ja, willkommen in meinem Kopf. Es ist chaotisch, aber nie langweilig.
Die Magie des Schreibens
Trotz allem – dem Chaos, der Selbstzweifel, den unerwarteten Wendungen – liebe ich es, in diese Welten einzutauchen. Es gibt kaum etwas Schöneres, als eine Szene zu schreiben und zu merken: Jetzt passt alles zusammen. Dieser eine Moment, wenn eine Figur genau die richtigen Worte findet oder eine Szene eine unerwartete emotionale Tiefe bekommt – das ist es, was mich weitermachen lässt.
Und genau deshalb wird Solberg & Marquez – Spiegelcode ein Buch, das mich genauso überrascht wie euch. Es wird düster, spannend, ein bisschen verrückt – und vielleicht finde ich unterwegs auch heraus, ob Kaffee in Parallelwelten tatsächlich anders schmeckt.
Bleibt dran – ich halte euch auf dem Laufenden!
